LR Anschober meint: "Ich bin DOCH zuständig für den Hochwasserschutz!"

Als Reaktion auf den Artikel "Die UNZUSTÄNDIGEN nehmen EUCH das LAND WEG!" habe ich heute Post von Herrn LR Anschober erhalten:


Sehr geehrter Herr DI Weissengruber!
 
Mit großem Interesse lese ich von Zeit zu Zeit die Beiträge auf Ihrer Homepage. Leider zeigen diese Beiträge jedoch, dass die Verfasser leider wenig Ahnung von der in Österreich gültigen Rechtsordnung und -verfassung haben. Mir ist schon bewusst, dass der Kompetenzendschungel aufgrund der Österreichischen Bundesverfassung nicht immer für alle so leicht verstanden werden kann. Nicht richtig ist jedoch, wie Sie auf Ihrer Homepage darstellen, dass ich nicht für Hochwasserschutz zuständig sei. Dies entspricht nicht den Tatsachen und ich habe daher auch bereits seit dieser Hochwasserkatastrophe alles unternommen, damit für das Eferdinger Becken ein umfassender Schutz erreicht werden kann.
 
Gerne kann ich Ihnen anbieten, bei einem Gespräch, die für Sie schwer durchschaubaren Kompetenzbestimmungen zu erläutern, aber andererseits auch meinen Zugang zu einem umfassenden Schutz im Eferdinger Becken darzulegen. Frau Thaler wird sich mit Ihnen demnächst in Verbindung setzen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Landesrat Rudi Anschober


Ich habe mir daraufhin erlaubt, dem Herrn Anschober wie folgt zurückzuschreiben:


Lieber Herr Landesrat!

Es ist nett, dass Sie mir antworten. Aber ich will keine Erklärungen, warum etwas nicht geht, sondern ich will Lösungen, wie es geht. Und der Kompetenz-Dschungel ist Ihnen vielleicht wichtig, für uns ist er bloß das Damokles-Schwert der Inkompetenz durch Kompetenz-Wirrwarr!

Die Tendenz der Plattform war von Anfang an klar: professionelles Hochwasser-Management, internationale Zusammenarbeit der Donau-Anrainer-Staaten, bei gleichzeitiger Rückführung des Verbunds in die DOKW, werden wieder jene Situation herstellen, mit denen die KW-Bauer Ottensheim damals für das KW Ottensheim geworben haben: „Ihr werdet kein Hochwasser mehr haben!“

Von dieser – sicherlich realisierbaren - Vision der DOKW, ist man durch „spezielle Projekte“ (Machland-Damm), durch „kontext-freie“ WBO-Änderungen (in Asten), durch einen geradezu naiven Glauben an das Kasseler Simulationsmodell (obwohl keine reale Pegel-Zahl damit erklärbar ist), und durch die menschenverachtenden Missions & Objectives des Verbundes („wir sind dazu da, ….“ Sie kennen das ja) FAHRLÄSSIG abgewichen.

Jetzt kommen Sie daher, beantworten die Eidenberg’schen Anfragen im Landtag mit derselben zynischen Ruhe, mit der Sie den Menschen im Eferdinger Becken den Grund enteignen, und erklären ganz nebenbei, wofür Sie NICHT zuständig sind !?!?!?!

Ich wiederhole: das Wasser kennt keine Grenzen, keine Verwaltungs-Kompetenzen, keine Hierarchien! Wenn Sie, als der allerorts auftretende Hochwasser-Manager, nur erklären können, warum es nicht geht, dann weiß ich NICHT, wozu Sie im Amt sind.

Gerne kann ich Ihnen diese Dinge auch persönlich vermitteln. Aber solange Sie sich bloß hinter Ausreden verstecken, werden wir beide keine Freunde!

Liebe Grüße Herbert Weissengruber


Ein bisschen Humor - bzgl. "Freunde werden" ist dann dazugekommen:


Lieber Herr Weissenberger,

Es ist nicht mein Ziel, Ihr Freund zu werden. Aber es ist mein Ziel, dass in Sachen Hochwasserschutz eine sachliche Diskussion geführt wird und mit den Gefühlen der Betroffenen nicht gespielt wird, sondern sie seriös informiert werden.

Ihre aktuelle Antwort sagt mir in diesem Zusammenhang einiges. Das kann mit fehlender Information erklärbar sein.
Daher lade ich Sie nochmals zu einen Informationsgespräch ein - haben Sie doch den Mut, sich diesem zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Landesrat Rudi Anschober


Da kann man durchaus die Frage stellen: "Wer hat hier fehlende Informationen?"


 

Lieber Herr Anschober!

Diese „rhetorische“ Ziel, Ihr Freund zu werden, gehört auch nicht zu meinen Wunschvorstellungen. Zwinkernd Allerdings: an jenem Tag, an dem Sie vom „Balkon des Landhauses“ herab verkünden: „Das Eferdinger Becken ist frei (von Enteignung)“, erkläre ich sie zu meinem Freund! Lächelnd

Beim „Mut“ dürfte ein Missverständnis vorliegen. Der Mut, Sie zu besuchen, ist nicht mein Problem. Sondern meine fehlende Bereitschaft, Ihnen bei Null-Aussagen (wie denen bei der Beantwortung der Eidenberger-Fragen) minutenlang, gefühlte Stunden lang, zuhören zu müssen. Solche „inhaltsfreie Stunden“ muss ich schon viel zu viele in den sinnlosen Gemeinderats-Sitzungen verbringen, in der jede Entscheidung ob der absoluten ÖVP-Mehrheit ohnehin schon lange gefallen ist.

Vage Andeutungen wie, das „sagt Ihnen einiges“, sind ebenbsolche Null-Aussagen, wie „das kann mit fehlender Information erklärbar sein“. Daran, uns unsere Kompetenz abzusprechen, sind schon andere gescheitert. Auch Sie, wie ich nach dem Auftritt des Herrn Krennbauer im U-Ausschuss vernommen habe.
Wir haben Sie ja zu dem Event am 29. eingeladen. Dort wird auf die Diskrepanz zwischen Ihrer Simulations-Sicht und unserer Real-Sicht eingehend eingegangen!

Aber natürlich komme ich auch bei Ihnen gerne vorbei. Ich nehme gleich ein paar Leute mit, die so denken wie ich! Freue mich drauf!

Liebe Grüße Herbert Weissengruber


Uns so kam es, dass ich am 1. Juli, um 17.00 Uhr, einen Termin bei Herrn Anschober habe


Lieber Herr Weissenberger!

Na das ist doch schön. Freue mich auf Ihren Besuch und ein klärendes Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen
Landesrat Rudi Anschober